City Guide Köln

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Köln

Issue 03/2015

 Titelbild koeln

Text Ilona Marx Fotos Tinka Zimmer

Köln, da denkt man an den Dom, den Karneval, an Fußball und Bier – und an die ewige Fehde mit dem benachbarten Düsseldorf. Wer sich dem Thema weniger klischeehaft nähert, verbindet mit Köln die Kunstszene, das Museum Ludwig, das Kolumba Museum, die Musikszene, die Medienbranche. Aber Mode?

Manch einer mag sich zurückerinnern: Lange Jahre stand Köln geradezu im Mittelpunkt der Modewelt. Die Messen Herren-Mode-Woche und Interjeans klingen heute angestaubt, waren aber tatsächlich noch bis zur Jahrtausendwende relevante Treffpunkte der Branche. Doch in den zurückliegenden anderthalb Jahrzehnten ist viel Wasser den Rhein heruntergeflossen und Köln von der Agenda der internationalen Modeeinkäufer verschwunden. Wendepunkt und Auslöser war der Weggang der Bread & Butter nach Berlin, ein mutiger Schritt, den Karl-Heinz Müller, einst selbst am Rhein ansässig, 2003 mitsamt seiner gesamten Entourage vollzog.

Überhaupt: Berlin. Viele Federn musste Köln lassen. Große Galerien, Messen, Musikveranstaltungen wie die Popkomm, Plattenlabels und Musikmagazine wanderten ab. Eine Zeit lang hatte die Hauptstadt derartige Sogwirkung, dass man sich als kunst- und kulturinteressierter Mensch ernsthaft Sorgen um die Rheinmetropole machte. Nicht so die Kölner selbst: ‚Et kütt wie et kütt‘ – ‚Es kommt, wie es kommt‘ war schon immer das Lebensmotto der leichtlebigen Rheinländer, man verließ sich einfach auf die physikalische Regel ‚What goes up must come down‘ und hatte weiterhin seinen Spaß.

Und tatsächlich: Die Erfolge der wieder erstarkten Art Cologne und die gute Entwicklung der Möbelmesse imm cologne lassen darauf schließen, dass Köln in den letzten Jahren erneut an Attraktivität gewonnen hat. Große Galerien zogen gar zurück in die Domstadt, da sich das Einzugsgebiet im Westen Deutschlands als unterm Strich doch recht gewinnbringend herausstellt. Der Realitäts-Check vor Ort belegt, dass Köln also durchaus weiterhin mit allen Vorzügen einer Metropole ausgestattet ist – und sich als solche immer noch weiterentwickelt.

Insbesondere im Belgischen Viertel hat sich in letzter Zeit einiges getan. Die kleinen, unabhängigen Einzelhandelsgeschäfte, die früher eher auf der Ehrenstraße und ihren Seitenstraßen Platz gefunden hätten, haben sich jetzt jenseits des Kölner Rings angesiedelt. Ein gemütlicher, sehr familiärer Kiez ist hier noch immer in der Entstehung. Wichtige Anlaufpunkte sind die Brüsseler, die Brabanter, die Maastrichter und die Antwerpener Straße, aber auch südlich der lebendigen Gastromeile Aachener Straße schließt sich rings um die Engelbert-, Linden- und Beethovenstraße ein Viertel an, das noch viel Potenzial hat. Schon lange ein Zentrum der Ausgehszene ist der Brüsseler Platz, der in den letzten Jahren als Outdoor-Treffpunkt der jungen Kölner dermaßen an Beliebtheit gewonnen hatte, dass er zeitweilig sogar vom Ordnungsamt geräumt wurde – Probleme, wie sie in den nicht minder beliebten Restaurants und Bars am Rathenauplatz und in der Kölner Südstadt eher selten vorkommen. J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx und die Fotografin Tinka Zimmer, beide Düsseldorferinnen, haben sich trotz Bahnstreiks eine Woche lang jeden Morgen aufgemacht, um den Trip in die Nachbarstadt anzutreten und völlig frei von Vorurteilen die schönsten Rosinen aus dem Kölner Kuchen herauszupicken.

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