City Guide Venedig

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Venedig

Ausgabe 01/2016

 venice

Text Ilona Marx, Fotos Bernd Wichmann

Auf sandigem und matschigem Grund und Holzpfählen, die in diesen hineingetrieben wurden, ruht eine der schönsten Städte der Welt. Kaum ein Ort, der sich mit Venedig messen kann. Die Lagunenstadt wurde auf mehr als 100 Inseln erbaut, rund 400 Brücken verbinden diese. Etwa 175 Kanäle dienen als Straßennetz – der gesamte Verkehr findet auf dem Wasser statt. Hauptverkehrsader ist der vier Kilometer lange Canal Grande, hinzu kommen zahlreiche Wasserwege außerhalb des historischen Zentrums. Doch auch wer ein wenig umherstreifen möchte, kann dies trockenen Fußes tun: 3.000 Gassen und Gässchen vervollständigen das Stadtbild.

Von der Rialtobrücke über den Dogenpalast bis zum Markusdom – wegen seiner außergewöhnlichen Architektur und dem Reichtum an Kunstschätzen zählt Venedig seit 1987 zum UNESCO-Welterbe. Doch die Schönheit der Stadt birgt Gefahren: Geschätzte 20 Millionen Touristen besuchen Venedig jedes Jahr. Ein Großteil sind Tagestouristen, die mit den großen Kreuzfahrtschiffen ankommen und wenig Geld, dafür aber viel Müll in der Stadt hinterlassen. Zudem versinkt Venedig zusehends – rund 23 Zentimeter hat die Stadt in den vergangenen hundert Jahren ans Meer verloren. Der wenig stabile Untergrund, auf dem die Gebäude stehen, gibt unter deren Gewicht nach.

Und Venedig schrumpft. Im Großraum leben rund 270.000 Einwohner, in der Altstadt jedoch heute nur noch knapp 60.000. Vor 40 Jahren waren es tatsächlich doppelt so viele. Und trotz einer Universität mit über 20.000 Studenten liegt das Durchschnittsalter bei 46 Jahren. Supermärkte und kleine Bäckereien gibt es wenige, dafür umso mehr Souvenirshops und Touristencafés. 50 Prozent der Venezianer sind in der Tourismusbranche beschäftigt.

Neben den Massentourismus hat Venedig aber noch ein anderes Gesicht: Regelmäßig zieht es die internationale Kunst- und Filmwelt in die Lagunenstadt. Denn die älteste Biennale der Welt – Gründungsdatum 1895 – ist in der Szene ein absoluter Pflichttermin. Dann ist die Stadt gespickt mit hochkarätigen Ausstellungen und ein individualreisendes, kulturinteressiertes Publikum drückt die Shorts-mit-Sandalen-Quote. Noch älter als jede Kunstveranstaltung ist in Venedig allerdings die Handwerkstradition. Glasprodukte, Textilien und Lederwaren haben ihren historischen Beitrag zum Reichtum von Stadt und Region geleistet; als Produktionsstandort für das edle Exportgut Glas ist die zu Venedig gehörende Insel Murano bis heute von Bedeutung.

Im weiteren Umland von Venedig sind einige traditionsreiche Bekleidungsfirmen angesiedelt. Barena Venezia beispielsweise, deren Macher sich direkt auf ihre Herkunft berufen und ihre Kollektionen an die Bekleidung der früheren Lagunenbewohner anlehnen. Ein Gespräch über venezianischen Stil und Qualität Made in Italy finden Sie auf Seite 66.

Ob original italienisch oder von internationaler Güte – auch in Sachen Shopping hält Venedig so manche Überraschung bereit. Vom kulinarischen Angebot ganz zu schweigen. J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx und der Fotograf Bernd Wichmann waren einmal mehr froh, von Berufs wegen mittendrin zu sein.

 

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