City Guide Wien

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Tradition und Moderne

Ausgabe 03/2010

Illu_wien

Text Ilona Marx  Fotos Andi Zimmermann  Illustration Roman Klonek

Jahrhundertelang war Wien eines der wichtigsten Zentren des kulturellen Europa, mit dem Untergang der Habsburger Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg jedoch brachen harte Zeiten an. Hatte man am Übergang des 19. zum 20. Jahrhundert dank Gustav Klimt, Egon Schiele, Otto Wagner und der Secessionsbewegung noch Kunst- und Architekturgeschichte geschrieben, dümpelte die alte Kaiserstadt in den folgenden Dekaden im europäischen Mittelmaß herum. Verglichen mit dem, was sich in Paris oder London abspielte, ging es in Wien recht beschaulich zu.

In den vergangenen zehn Jahren jedoch hat Wien das Ruder herumgerissen und präsentiert sich Anfang des 21. Jahrhunderts wieder von seiner besten Seite. Die Lebensqualität ist hoch: Laut einer von Mercer Consulting durchgeführten Studie belegt Wien 2010 weltweit den ersten Rang und verweist 220 andere Metropolen auf die Plätze. Manche Wiener mokieren sich zwar über das Ergebnis, doch Granteln gehört in Österreichs Hauptstadt ja bekanntlich zum guten Ton und die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Das öffentliche Nahverkehrssystem ist perfekt ausgebaut, die Kriminalitätsrate niedrig. Es gibt Grünflächen, wohin das Auge blickt, Miet- und Lebenshaltungskosten sind moderat.

Und nicht nur die Hardfacts stimmen: Auch in Sachen Inspiration ist man auf dem aufsteigenden Ast. Das junge Wien boomt – neben der etablierten Kunstwelt tut sich eine unabhängige Szene auf, die alteingesessenen Galerien und Museen ordentlich Konkurrenz macht, und auch die Bar und Clublandschaft war nie lebendiger. In den Bezirken innerhalb des Gürtels, speziell in Wieden, Mariahilf, Neubau und Josefstadt, reihen sich Nachtlokale, alternative Restaurants und kleine Designläden aneinander. Doch auch im schnieken 1. Bezirk sind einige Kleinode versteckt. Reizvoll ist hier besonders das Zusammenspiel von neuen Indie-Projekten und alteingesessenen Lokalen, die ob ihrer Originalität und Urigkeit nicht nur vom älteren Stammpublikum und den Touristen, sondern vermehrt auch von den hippen Wienern geliebt werden. Kaffeehäuser und Bars, deren Einrichtung – und mitunter Personal – seit 50 oder mehr Jahren unverändert geblieben sind, stehen hoch in der Gunst der jungen Ausgehcrowd.

Und auch die traditionelle Wiener Küche ist wieder angesagt. Nachdem in den vergangenen Jahren Asia-Food buchstäblich in aller Munde war, geht der Trend nun wieder zurück zur heimischen Kost. Besonderen Wert legen die jungen Gastronomen dabei auf die Herkunft ihrer Zutaten. Sie stammen meist aus dem unmittelbaren Umland und sind von höchster Qualität. Man kann es sich also gut gehen lassen an der schönen Donau – wie und wo man das im Wien der Zehnerjahre am besten tut, haben J’N’C-Chefredakteurin Ilona Marx und der Fotograf Andi Zimmermann auf den nachfolgenden Seiten in Wort und Bild festgehalten.

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